Am Montag, den 08.12.2008 zogst du voller Vorfreude bei
uns ein und eroberstest mein Herz und das meiner Eltern im Sturm. Schon schnell
warst du
ein Teil meines Lebens,
der Grund, warum ich morgens aufstand,
mein treuer Freund, in schweren Zeiten,
mein Seelentröster,
mein kleiner Dickkopf, der nur das aß, was er wollte,
meine kleine Bettelratte, die immer dann besonders Hunger hatte, wenn es sich
die Mami bequem gemacht hatte,
mein kleiner Nimmersatt, der stets was Essen konnte,
einfach mein Lebensmittelpunkt - und so vieles mehr...
Hätte es dich nicht gegeben, dann wäre ich heute nicht
mehr hier. Das ist wirklich so. Umso schwerer ist es, ohne dich weiterleben zu
müssen…
Ich liebte es, wie du dich voller Zufriedenheit in deinen Kuschelsack oder
Kuschelbett seitlich hinlegtest und schliefst. Ab und zu zuckte dabei ein Fuß
oder ein Ohr. Dabei hätte ich dir Stundenlang zusehen können (was du wohl
geträumt hast...?). Nicht mal der Staubsauger oder das Telefon, geschweige den
der Fernseher, konnten dich (dabei) aus der Ruhe bringen. Dein zufriedenes
"Glucksen" war das schönste und beruhigendste Geräusch auf Erden. Der Duft von frischem Heu und Einstreu zeigte mir, dass ich Zuhause bin...

Du musst eine innere Uhr gehabt haben – du wusstest einfach immer wann es Zeit wurde, sich auf die „Lauer“ zu legen, als ich oder mein Dad von der Arbeit heim kamen und dich freudig begrüßten und dir Essen brachten. Oh jah, Essen war bei dir auch so eine Sache. Meist warst du ein kleiner Nimmersatt und ultra wählerisch, was die Auswahl anbetraf. Tomate und vor allem Obst, wie Banane, Weintraube, Wassermelone und Erdbeere liebtest du über alles. Mit Kräcker und Co. aus dem Fachhandel brauchte man dir eigentlich nicht kommen. Da gab es nur ein, zwei Dinge (natürlich ohne Getreide und Zucker), die du mochtest.
Dabei sei noch zu erwähnen, dass du ab deinem zweiten
Lebensjahr zwei „Wohnungen“ hattest: Eine bei mir (im EG des Hauses) und eine
bei meinen Eltern (im OG), wenn ich zur Arbeit musste oder eben nicht da war.
Deine „Omi“ hat sich dann immer liebevoll um dich gekümmert.
Leider wurdest du schon sehr früh krank und hattest immer
wieder Krankheiten zu überwinden. Doch du warst stets so unglaublich tapfer… Du
stecktest eine Blasenstein-OP weg, ohne irgendwelche Nachwirkungen, ließt dir
einen Tumor wegschneiden und lebtest seit vielen Jahren mit Arthrose in den
hinteren Beinchen. Im Dezember 2014 machten wir noch putzige Fotoaufnahmen zu Weihnachten
mit dir (freilich wie immer unter Bestechung). Doch dann kam alles ganz schnell
und unaufhaltsam…
Im Januar fiel mir eine Veränderung deines rechten Auges auf… Sofort gingen wir zu unserer lieben TÄ, der erst einmal entwarnung gab… sie hatte es immer genre, dich zu sehen und begrüßte dich stets mit den Worten „mein Freund ist wieder da“… doch schon eine Woche später sah alles ganz anders aus: Man musste dir das Auge wegen einem Tumor entfernen. Danach war nichts mehr wie zuvor. Die Not-OP (an einem Samstag) hast du zwar soweit gut überstanden, doch du hattest einfach keine Kraft mehr zu fressen. Fünf Tage lang ernährten wir dich unter Zwang alle 2-4 Stunden… dann fingst du allmählich wieder an zu essen. Das Schlimmste war das Fäden-ziehen, zehn Tage später. Einmal hast du so gemuickt (geschrien), dass mir heute noch schlecht wird… Es tat mir sooo leid, mein kleiner Liebling… Ich wünschte, es wäre nicht passiert… Deine Wunde fing an zu Eitern. Du kamst zwar allmählich gut zurecht, mit nur einem Auge, aber es wurde nicht mehr besser... Durch das viele Liegen und kaum mehr laufen hattest du dich an einem Vorderfuß und an einem Hinterfuß „Wund gelegt“. Freilich taten wir alles was wir konnten. Doch am Dienstag, den 03.03.2015 kam dann der schwerste Tag meines bisherigen Lebens: Ich musste dich erlösen lassen. Du warst einfach mit deinen Kräften am Ende. Deine/Unsere TÄ hätte dich nie eingeschläfert, wenn es noch IRGEND eine Lösung gegeben hätte. Jeden Cent habe und hätte ich natürlich für dich gezahlt – doch es war der Zeitpunkt gekommen, dir alles Leid und allen Schmerz für immer zu nehmen…
PS:


für jeden einzelne Sekunde mit Dir. Du bist der Beste. Für immer in meinem Herzen!
Deine Mami ♥
"Du nahmst alle Farben mit, meine Welt liegt schleiermatt, wie ein billiger Entwurf, der keine Zukunft hat. Kann meine Seele heller werden - und atmen wieder leicht? Ist Hoffnung, dass der Schmerz jemals erneuter Freude weicht. Mein Glück ist fort, ein neues hab ich nicht. Bist du wirklich tod, bester Freund, oder träume ich? Mein Glück ist fort, ein neues noch nicht in Sicht, doch sollte es micht überraschen - hey Femi ich vergess dich nicht..."
Songtext von Söhne Mannheims "Wie du"

Erstellt von Jasmin M.








